Fahrzeug aus der Flotte von UPS

Digitale Verbrauchserfassung in der Logistik mit VADEV

NZR zählt im "grössten Netzwerk der Welt"

Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren, so die Vorstellung der Bundesregierung. Hier bieten sich insbesondere für Unternehmen der Logistikbranche Chancen, ihre Leistungspalette hinsichtlich neuer innovativer Dienstleistungen im Sinne von Mehrwertdiensten und hybrider Wertschöpfung zu erweitern. In diesem Umfeld sammelt der Logistik-Dienstleister UPS in seinem HUB in Herne mit sechs E-Fahrzeugen seine Erfahrungen. An der Erstellung der Lade-Infrastruktur für die Elektromobile war NZR maßgeblich beteiligt. 

Auf einem ehemaligen Zechengelände am Rande von Herne unterhält UPS eine Hauptumschlagbasis, kurz HUB. Fast 1.000 Mitarbeiter sorgen dafür, dass bis zu 15.000 Pakete pro Stunde sortiert werden und rechtzeitig ans Ziel kommen. Darunter Thorsten Verhufen von der Abteilung Plant Engineering. Er kümmert sich im Hintergrund darum, dass die Fördertechnik und die technische Gebäudeausrüstung einwandfrei laufen. Seit 2004 ist er bei UPS, aktuell als Supervisor für 10 Niederlassungen verantwortlich, wobei Herne als größte Niederlassung auch sein Hauptdienstsitz ist. 

Die grundlegende Aufgabe bestand darin, eine Lade-Infrastruktur für die E-Fahrzeuge zu erstellen. UPS hatte sich dazu entschlossen E-Fahrzeuge für einen Testlauf in Herne anzuschaffen. Dafür sollten sechs Ladestationen in der Logistikhalle eingerichtet werden. Die berühmten braunen Zustellfahrzeuge, eben nur im Elektro-Betrieb, sind für den Zustellbereich vorgesehen. „In diesem Zuge haben wir mit dem Unternehmen Gottschalk ein Konzept entwickelt und die Lade-Infrastruktur erstellt“, erläutert Thorsten Verhufen. “Für uns als Unternehmen ist es natürlich wichtig, die Verbräuche entsprechend nachzuverfolgen. Jede einzelne Ladestation wurde mit einem Zähler ausgerüstet. Als Service für die Mitarbeiter vor Ort, die das Tracking durchführen, haben wir zusätzlich eine Zählerfernauslesung installiert, inklusive Visualisierung ins Supervisor-Büro, so dass vom Arbeitsplatz aus der tägliche Verbrauch erfasst werden kann.”

“Wir versprechen uns von diesem Testlauf natürlich auch Kosteneffizienz.” Das ist aktuell noch nicht einfach zu beziffern, da die E-Fahrzeuge mit einer Reichweite von max. 120 km noch nicht auf allen Strecken eingesetzt werden können. So beschränkt sich der Einsatz der Elektromobile zunächst nur auf städtische Zustellgebiete. Die reinen Energiekosten eines E-Fahrzeuges pro Kilometer sind dabei nur halb so hoch wie bei einem herkömmlichen Diesel-Fahrzeug. Start des Testlaufes war vor ungefähr einem Jahr. „Im Oktober 2012 fand die Inbetriebnahme der VADEV®-Software statt“, so NZR Support Daniel Franksmann. Insgesamt läuft der Test sehr zufriedenstellend, sodass auch für die Niederlassung in Karlsruhe acht Ladestationen geplant sind. 

NZR Systemtechnik als Basis 

Technisch verbaut von NZR-Seite aus sind sechs direkt-messende DHZ-Zähler und ein ICM12 Lastgangspeichermodul. Über einen Pegelwandler PWx, der im internen UPS Netzwerk eingebunden wurde, können die Daten über TCP/IP mit der Zählerfernauslese-Software VADEV® dann ausgelesen werden. 

„Der Trend geht in Richtung Elektro-Fahrzeuge. Wenn die Technik sich weiter so rasant entwickelt und die Kapazitäten (Kilometerleistung) wachsen, wird das Thema E-Mobilität insbesondere in der Logistik immer wichtiger“, erläutert Thorsten Verhufen. Aktuell ist die Planung noch sehr komplex. Insbesondere im Winter, wenn viel mit Heizung gefahren wird, sind die Batterie-Kapazitäten doch schnell erschöpft. Das erschwert mitunter die Planung der verschieden Routen. „Nicht zu vernachlässigen ist auch der Strombedarf einer solchen Installation“, wirft der ausführende Elektriker Stephan Gottschalk ein. „Wir reden hier von einem Mehrbedarf von 150 Ampere, so dass wir eine eigene Unterverteilung ausschließlich für die sechs Ladestationen installiert haben.“ 

Dieser Schritt bedurfte genauen Abstimmungen mit den ortsansässigen Stadtwerken, ob das Netz noch über ausreichend Kapazität verfügt. In Herne war dies ohne Probleme realisierbar, an anderen Standorten müssten dafür jedoch eigene Trafostationen aufgebaut werden.

Über UPS

UPS wurde 1907 als Botendienst in den Vereinigten Staaten gegründet. Seither ist das Unternehmen zu einer milliardenstarken Aktiengesellschaft herangewachsen, indem es sich auf das Ziel konzentriert, weltweiten Handelsverkehr zu ermöglichen. Heute ist UPS ein weltweit operierendes Unternehmen mit einer anerkannten und bewunderten Welt-Marke. Als einer der größten Express- und Paketzustelldienste der Welt ist UPS gleichzeitig ein führender Anbieter spezialisierter Beförderungs-, Logistik-, Kapital- und E-Commerce-Serviceleistungen. Jeden Tag verwaltet UPS den Fluss von Gütern, Finanzen und Informationen weltweit in mehr als 200 Länder und Gebiete.