orplatz und Haupteingang des Krankenhauses Winsen mit Beschilderung zu Notfallaufnahme und Haupteingang

EEG-Umlage: Viertelstundenwerte im Krankenhaus erfassen

Energiekosten sparen schafft neue Stellen und CountVision hilft dabei

„Das sollte vereinfacht werden“ – mit diesem Ziel hat die Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH ihr Energiemanagement neu aufgestellt. Vom mühsamen Ablesen der Zählerwerte bis zur EEG-konformen Erfassung von ¼-Stundenwerten für sämtliche Drittverbraucher: Ein Praxisbeispiel, wie zwei Kliniken den Aufwand in den Griff bekommen.

Die Rahmenbedingungen für das Management von Krankenhäusern haben sich in den letzten Jahren, insbesondere im Energiebereich, grundlegend geändert. Kostengünstiger Energieeinkauf, Optimierung des Energieverbrauchs oder der Ausbau der Zählerinfrastruktur, alles Themen, die der Krankenhaus Buchholz und Winsen gGmbH auf dem Weg in eine energieeffiziente Zukunft elementar sind.

Beim Energieeinkauf setzt man in Buchholz und Winsen auf das Know-how des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA). Dieser Verband berät Unternehmen aus der mittelständischen Wirtschaft und des öffentlichen Sektors in allen Fragen rund um Energiekostenreduzierung und Energiemanagement. So folgten die Krankenhäuser Buchholz und Winsen der Empfehlung der VEA, die benötigte Energie nicht mehr für bis zu zwei Jahre mittels Stichtagsbeschaffung, sondern zu vier verschiedenen Zeitpunkten im Jahr nach einem Tranchenmodell auszuschreiben und einzukaufen. „Im Durchschnitt erzielen wir damit die besseren Erfolge", resümiert der Technische Leiter Diplom-Ingenieur Torsten Riemer. Wann wiederum der kostengünstigste Zeitpunkt ist, dazu berät der VEA die gemeinnützige GmbH ebenfalls. „Allein durch diese Einkaufsersparnis können wir eine ganze Pflegestelle mehr schaffen, was vor allem unseren Patienten zugutekommt", stellt Riemer fest.

Zur Optimierung des Energieverbrauchs gehören zweifelsohne auch die ständigen Verbesserungen der betriebseigenen Blockheizkraftwerke in Buchholz und Winsen und den damit verbundenen notwendigen Ausbau der Zählerinfrastruktur. Gute Erfahrungen hat Torsten Riemer auch mit dem Energienetzwerk REGINEE gemacht: „Die Netzwerktreffen finden drei Mal jährlich in wechselnden Unternehmen statt. Das bietet uns die Möglichkeit, andere Perspektiven kennenzulernen und sich für den eigenen Betrieb inspirieren zu lassen." Er schätzt den Austausch mit den Fachkollegen und kann auch bereits erste Erfolge verbuchen: „Wir haben durch das Netzwerk für unsere Krankenhäuser ein System entdeckt, mit dem wir effizienter einsparen können."

Die günstigste Energie ist die, die man nicht verbraucht

Unter Berücksichtigung der Generierung des KWK-Bonus für die neuen BHKWs (2 in Buchholz, 1 in Winsen) plus die Einsparung von Steuern und Abgaben auf den selbst generierten Strom konnten von 2013–2018 Einsparungen im sechsstelligen Euro-Bereich erzielt werden. Investitionen in die Zählerinfrastruktur sorgen zudem für eine effiziente Betrachtung der Energieflüsse. Im Einsatz sind diverse Elektrizitätszähler, Wandler und Datenlogger von NZR. 2016 kam mit CountVision dann auch die Energiemanagement-Software hinzu. „Wir haben uns bewusst für NZR und gegen einen „Großen" Konzern bei der Auswahl der Software entschieden. Wir wollten halt nicht bei jeder Entscheidung mit einem anderen Ansprechpartner diskutieren", erläutert der stellv. Technische Leiter Thorsten Holz. Auch die Tatsache, dass NZR alles aus einer Hand bietet, spricht für den Partner für Energiemessung aus Bad Laer. „Wärmemengenzähler, Kältemengenzähler, Elektrizitätszähler, Datenlogger, Druckluftzähler, Gateways, Software – alles von einem Anbieter, das sucht man wahrscheinlich vergeblich in Deutschland", ergänzt NZR Vertriebler Eckhard Bunssen. Ein weiterer Vorteil von CountVision ist die Implementierung diverser Zähler von unterschiedlichen Herstellern.

„Die relativ aufwendigen Nebenkostenabrechnungen an unsere „Dritten" waren ein wichtiger Aspekt, die uns zur Einführung eines Energiemanagementsystems bewogen haben. Es war sehr aufwändig, jeden Monat die Zählerwerte händisch aufzuschreiben, zu erfassen und weiterzuverarbeiten. Das sollte vereinfacht werden", erinnert sich Thorsten Holz.

EEG-konforme Energieerfassung im 15-Minutentakt

Aktuell stellt das Erneuerbare Energien Gesetz die Technische Abteilung in Buchholz/Winsen vor neue Herausforderungen. Um die EEG-Umlage auf den eigenerzeugten Strom nicht komplett zu entrichten, müssen ¼-Stundenwerte gemessen werden, und das nicht nur bei Großverbrauchern. Alle Drittverbraucher müssen ausfindig gemacht werden und korrekt im Sinne des EEG abgegrenzt werden. Servicegesellschaften, Cateringfirmen und die genutzten Kleingeräte wie Staubsauger, Kaffeemaschinen, Kopierer, etc. müssen herangezogen werden. „Dieses stellt messtechnisch noch einmal eine ganz neue Herausforderung dar: vor allem die geleasten Kopiergeräte und die von der unternehmenseigenen Dienstleistung betriebenen Kleingeräte zur Gebäudereinigung sind häufig an der vorhandenen Rauminstallation angeschlossen, bzw. werden an unterschiedlichen Orten im Gebäude eingesetzt. So lässt sich ein vernünftiges Messkonzept nur mit einem sehr hohen Aufwand in die Gebäudeinfrastruktur umsetzen", erläutert Thorsten Holz die aktuelle Problematik. Doch NZR arbeitet schon mit Hochdruck an einer Lösung, schließlich ist NZR – Ihr Partner für Energiemessung.

Über die Krankenhaus Buchholz und Winsen gemeinnützige GmbH

In der Metropolregion Hamburg versorgt die Krankenhaus Buchholz und Winsen gemeinnützige GmbH in zwei modernen, wirtschaftlich erfolgreichen Akutkrankenhäusern mit 14 Fachabteilungen, 4 Zentren, CPU und Stroke Unit, 546 Planbetten und 1.600 Mitarbeitern jährlich 32.000 stationäre und 73.000 ambulante Patienten. Beide Krankenhäuser sind akademische Lehrkrankenhäuser der Universität Hamburg.

Gegründet wurde das Krankenhaus Buchholz vom Verein zur Errichtung evangelischer Krankenhäuser, die Grundsteinlegung erfolgte 1954. Für das Krankenhaus Winsen erfolgte dann die Grundsteinlegung im Jahre 1969. Am 31. August 1999 wurden die beiden Kreiskrankenhäuser Buchholz und Winsen in die Krankenhaus Buchholz und Winsen gemeinnützige GmbH überführt, deren alleiniger Gesellschafter der Landkreis Harburg ist. Beide gehören zum Elbe-Heide-Krankenhausverbund, dem außerdem noch die Elbe Kliniken Stade-Buxtehude angehören.