Ein Fachwerkhaus der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, die auf digitale Zählerfernauslesung setzt.

Digitale Zählerfernauslesung für große Liegenschaften in Bethel

Messbarer Erfolg in der „Stadt in der Stadt“

Energiekosten waren schon früh ein zentrales Thema: Energiesparen und die Schonung der natürlichen Ressourcen erscheinen als Themen der heutigen Zeit. Auch schon für Friedrich v. Bodelschwingh war dies ein Leitmotiv seines Handels, dem sogar einige der Betheler Betriebe ihre Gründung verdanken, als er zum Beispiel die „Unzugänglichkeit der städtischen Gasanstalt“ bei der Versorgung der Betheler Häuser beklagen musste, begann die eigene Energieerzeugung in Bethel.

Eigene Energieversorgungsgesellschaft für Bethel

In Bethel arbeiten ca. 15.000 Mitarbeiter in rund 1.000 Gebäuden. Die Energieversorgung der Menschen und der dazu gehörigen Gebäude erfolgt in Bethel mittels eigenem Wasserwerk und mit Gas sowie bis 1950 auch mit einem eigenen Elektrizitätskraftwerk. Viele dieser Mitarbeiter haben ihre Arbeit in eigenen Handwerksunternehmen. Diese haben zum Teil eine sehr lange Tradition. Inzwischen gibt es u. a. noch eine eigene Tischlerei, den Garten-Landschaftsbaum, die Gebäudereinigung sowie die eigene Freiwillige Feuerwehr Bethel.

2007 wurde das Ziel ausgerufen die Energiemessung weiter zu automatisieren und eine höhere Kostentransparenz zu generieren. „Dieser Herausforderung entgegnete die NZR mit einem Angebot über die flexibele Fernauslesesoftware VADEV®“, so Martin Oskamp, Kundenbetreuer der Nordwestdeutschen Zählerrevision.

Mitte 2008 wurde dann mit der EVG Bethel GmbH eine neue Gesellschaft für die Energieversorgung ins Leben gerufen und gegründet. Diese Gesellschaft ist als klassischer Contractor auch für die Abrechnung von Wärme- und Wasserkunden in Bethel und Umgebung zuständig. „Die EVG ist ein freier Anbieter für jeden Kunden und stellt sich dem ganz normalen Wettbewerb“, erläutert Martin Krause, von der Abteilung Immobilienmanagement Energieberatung.

„Inzwischen werden 250-300 Zähler (v. a. Strom und Wärmezähler) über M-Bus und die NZR Fernauslesesoftware Vadev ausgelesen“, fasst Georg Strub von der Abteilung Immobilienmanagement Energieberatung zusammen. Zum großen Teil dienen diese Zähler auch für die Abrechnungen der EVG. Insgesamt stehen über 40 Projekte unterschiedlicher Größenordnung auf dem tagtäglichen Plan. Alle Zähler werden seitdem mit M-Bus-Modulen ausgestattet, um die Messmöglichkeiten noch flexibler zu gestalten.

Bethel – ein Lebensraum für behinderte und nicht-behinderte Menschen

Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel gehen auf ein Heim für epilepsiekranke Menschen zurück, das 1867 von der Inneren Mission in Bielefeld gegründet wurde. Man wollte den „Anfallskranken“ in einer Zeit, in der leistungsschwächere Menschen zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrückt wurden, eine neue Heimat geben. 

Als erster Anstaltsleiter kam Friedrich Simon nach Bethel. Ihm folgte 1872 Friedrich von Bodelschwingh, der die junge Einrichtung entscheidend prägte. Unter seiner Leitung – und der seiner Nachfolger – entwickelte sich Bethel zum größten diakonischen Unternehmen in Europa. Die Geschichte Bethels versteht sich als Geschichte aller Menschen, ob sie nun als Mitarbeiter oder als behinderter Mensch mit Bethel in Berührung gekommen sind, als Freunde oder Förderer, als Angehöriger oder Student, als Politiker oder Geistlicher.

Mit ihren 3,5 km2 macht die Ortschaft Bethel den Großteil des Bielefelder Stadtbezirks Gadderbaum aus. Mit den Stiftungen Sarepta und Nazareth bildet die Anstalt Bethel das Kernstück der v. Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Dazu gehören außerdem das in der Senne gelegene Eckardtsheim, die Diakonie Freistatt in der Nähe von Diepholz, Homborn bei Hagen sowie seit 1990 auch wieder die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal, nordöstlich von Berlin. Heute leben in der Ortschaft Bethel in Bielefeld ca. 6.000 Personen, davon 2.500 Menschen mit Epilepsie, geistigen Behinderungen, psychischen Erkrankungen sowie Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten. Dazu kommt ein Teil der Mitarbeiterschaft mit ihren Familien. In Eckardtsheim, der zweiten Teilanstalt auf Bielefelder Gebiet, leben ca. 1.000 psychisch kranke, anfallskranke, mehrfachbehinderte, gefährdete und milieugeschädigte Menschen. Auch hier wohnt ein großer Teil der Mitarbeiterschaft vor Ort. 

Die eigene Energieerzeugung in Bethel begann schon früh. Als erstes erhielten die Betriebe Dampfmaschinen. Die daraus folgende Mechanisierung erlaubte einen effektiven Einsatz der Arbeitskräfte und erzeugte überzählige Energie. So konnte die Tischlerei z.B. die Häuser Morija und Rotes Kreuz mit Licht sowie die Waschküche von Sarepta und die Bäckerei mit Kraft versorgen. Da die neue Dampfmaschine der Ziegelei weniger Kohle benötigte, nutzte Bodelschwingh diese Einsparungen, um im größeren Stil Energie zu erzeugen. Dafür baute er eine elektrische Zentrale auf, um unabhängig von außen zu werden und zusätzliche Einnahmen zu erzielen, indem Bethel „auch außerhalb der Anstalt elektrische Kräfte vergeben“ konnte. Um wichtiges Quellwasser einzusparen, eröffnete 1895 eine Zentralwäscherei, die Anlage von zwei Sammelteichen ermöglichte die Einrichtung eines zentralen Badehauses.

Seit 1999 gibt es im Bereich Betriebe die Abteilung Energieberatung. Sie hat zwei Aufgaben: Die Beratung der einzelnen Stiftungsbereiche hinsichtlich Energieeinsparungsmöglichkeiten und den Betrieb von Heizungs- und Energieanlagen. Zudem betreibt die Abteilung auf dem Gelände des Quellenhofes eine Holzpelletheizung und beim Dankort, der zentralen Öffentlichkeitsarbeit, ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk. Der Dankort, wie die mit im Gebäude liegende Werkstatt des Bereichs proWerk haben mit der Energieberatung eine Vertrag geschlossen, indem die Lieferung von Wärme und Strom geregelt wird. Auch in Eckhardtsheim ist die Abteilung tätig. Dort unterhält Sie ein Blockheizkraftwerk, durch das sieben Häuser mit Strom und Wärme beliefert werden.